Welche Pokémon Karten lohnen sich zum Graden?
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Pokémon-Karten graden zu lassen kann sich finanziell lohnen, ist aber längst nicht bei jeder Karte sinnvoll. Entscheidend sind vor allem Wert, Zustand, Seltenheit, Nachfrage und die realistische Chance auf eine hohe Bewertung.
Gerade bei modernen Karten kann der Unterschied zwischen einer ungegradeten Karte und einer PSA 10 erheblich sein. Gleichzeitig können Grading-Kosten, Versand und eine niedrigere Bewertung den möglichen Mehrwert schnell wieder aufzehren.
In diesem Ratgeber zeigen wir, welche Pokémon-Karten sich grundsätzlich zum Graden eignen und worauf du vor einer Einsendung achten solltest.
Was bedeutet Grading bei Pokémon Karten?
Beim Grading wird eine Sammelkarte von einem spezialisierten Unternehmen auf Echtheit und Zustand geprüft. Anschließend erhält sie eine numerische Bewertung und wird in einem versiegelten Holder, dem sogenannten Slab, geschützt.
Zu den bekanntesten Grading-Unternehmen gehören beispielsweise:
- PSA
- Beckett Grading Services (BGS)
- CGC
Die Anbieter bewerten insbesondere Zentrierung, Ecken, Kanten und Oberfläche. Eine hohe Bewertung bedeutet allerdings nicht automatisch, dass sich das Grading wirtschaftlich gelohnt hat.
Welche Pokémon Karten lohnen sich zum Graden?
1. Wertvolle moderne Karten in sehr gutem Zustand
Moderne Chase Cards, Illustration Rares, Special Illustration Rares oder andere seltene Karten können interessante Grading-Kandidaten sein.
Entscheidend ist aber der Zustand. Eine Karte ist nicht automatisch perfekt, nur weil sie frisch aus einem Booster gezogen wurde.
Auch neue Karten können bereits Produktionsfehler besitzen, beispielsweise:
- schlechte Zentrierung
- kleine Whitening-Stellen
- Printlines
- Kratzer
- beschädigte Ecken
- Druckfehler
Bei modernen Karten lohnt sich das Grading deshalb häufig vor allem dann, wenn die Karte realistisch im Bereich einer sehr hohen Bewertung liegt.
2. Seltene und stark nachgefragte Pokémon
Nicht jede seltene Karte ist automatisch wertvoll. Besonders interessant sind Karten, die zusätzlich eine dauerhaft hohe Sammlernachfrage besitzen.
Typische Beispiele sind Karten von Pokémon wie:
- Glurak
- Pikachu
- Nachtara
- Rayquaza
- Lugia
- Mew
- Evoli und seine Entwicklungen
Auch besondere Promokarten, limitierte Veröffentlichungen oder beliebte Illustrationen können geeignete Kandidaten sein.
3. Vintage-Karten
Bei älteren Pokémon-Karten gelten andere Maßstäbe.
Eine moderne Karte mit deutlichen Gebrauchsspuren würde man normalerweise eher nicht graden lassen. Bei Vintage-Karten kann dagegen auch eine deutlich niedrigere Bewertung sinnvoll sein.
Das gilt insbesondere für:
- Base Set
- Jungle
- Fossil
- Team Rocket
- Neo-Sets
- ältere Promokarten
- seltene First-Edition-Karten
Bei einer seltenen Vintage-Karte kann bereits die Authentifizierung und dauerhafte Zustandsdokumentation einen Mehrwert darstellen.
4. Karten mit einem ausreichend großen Wertunterschied
Vor einer Einsendung solltest du mindestens drei Preise vergleichen:
- Raw-Preis: Preis der ungegradeten Karte
- Preis bei realistischer Bewertung: zum Beispiel PSA 8 oder PSA 9
- Preis im Best-Case: zum Beispiel PSA 10
Davon müssen noch mögliche Kosten abgezogen werden:
- Grading-Kosten
- Versand zum Grader
- Rückversand
- eventuelle Vermittlungsgebühren
- Verkaufsgebühren
- Risiko einer niedrigeren Bewertung
Beispiel
Angenommen:
- ungegradet: 80 €
- PSA 9: 100 €
- PSA 10: 220 €
- Gesamtkosten Grading: 30 €
Dann wäre eine PSA 10 wirtschaftlich interessant. Bei einer PSA 9 wäre der Mehrwert dagegen möglicherweise sehr gering.
Genau deshalb sollte man nicht nur den PSA-10-Preis betrachten.
5. Karten mit persönlicher Bedeutung
Nicht jedes Grading muss eine Investition sein.
Eine Karte kann auch deshalb sinnvoll gegradet werden, weil sie:
- die Lieblingskarte ist
- aus der Kindheit stammt
- persönlich gezogen wurde
- Teil einer besonderen Sammlung ist
- dauerhaft geschützt werden soll
Dann steht nicht der Wiederverkaufswert, sondern der Schutz und die Präsentation im Vordergrund.
Worauf sollte man vor dem Grading achten?
Zentrierung
Sind die Kartenränder gleichmäßig? Eine deutlich verschobene Zentrierung kann eine Top-Bewertung verhindern.
Ecken
Achte auf:
- Whitening
- kleine Druckstellen
- abgeknickte Ecken
- Abrieb
Kanten
Prüfe die Karte rundherum auf:
- weiße Stellen
- Chipping
- raue Schnittkanten
- kleine Beschädigungen
Oberfläche
Unter direktem Licht können sichtbar werden:
- Kratzer
- Printlines
- Druckpunkte
- Fingerabdrücke
- Dellen
- Verfärbungen
Wann lohnt sich Grading eher nicht?
Eine Karte würde ich normalerweise eher nicht graden lassen, wenn:
- die ungegradete Karte nur wenige Euro wert ist
- die Grading-Kosten einen Großteil des Kartenwerts ausmachen
- deutliche Schäden vorhanden sind
- nur eine PSA 10 wirtschaftlich interessant wäre, die Karte aber sichtbare Mängel besitzt
- kaum Nachfrage nach der Karte besteht
- bereits extrem viele Exemplare in hohen Grades existieren
Gerade bei modernen Karten kann eine PSA 9 preislich teilweise nur wenig über einer sauberen Raw-Karte liegen.
PSA, CGC oder Beckett?
Eine allgemeingültige Antwort gibt es nicht.
PSA besitzt eine sehr starke internationale Bekanntheit und einen großen Markt für gegradete Sammelkarten.
CGC ist ebenfalls international etabliert und bietet ein detailliertes Bewertungssystem.
Beckett ist insbesondere durch seine detaillierte Bewertung von Zentrierung, Ecken, Kanten und Oberfläche bekannt.
Welcher Anbieter sinnvoll ist, hängt unter anderem von Karte, Zielmarkt, Kosten und persönlicher Präferenz ab.
Bei einer Verkaufsabsicht sollte man vorher prüfen, welcher Grader bei genau dieser Karte am Markt den höchsten Aufpreis erzielt.
Unsere Faustregel
Eine Pokémon-Karte ist ein interessanter Grading-Kandidat, wenn mehrere dieser Punkte zutreffen:
- hoher Raw-Wert
- sehr guter Zustand
- starke Nachfrage
- geringe Verfügbarkeit
- große Wertsteigerung bei hoher Bewertung
- beliebtes Pokémon oder gefragte Illustration
- Vintage oder besondere Promo
- langfristige Sammlerrelevanz
Eine Karte nur deshalb einzuschicken, weil sie selten aussieht, reicht nicht.
Fazit
Grading kann aus einer guten Pokémon-Karte ein deutlich wertvolleres und besser handelbares Sammlerstück machen. Es kann aber genauso gut Geld kosten, ohne einen nennenswerten Mehrwert zu erzeugen.
Der wichtigste Schritt findet deshalb vor der Einsendung statt:
Zustand realistisch beurteilen, Marktpreise vergleichen und mit einer konservativen Bewertung rechnen.
Wer nur mit dem möglichen PSA-10-Preis kalkuliert, überschätzt den tatsächlichen Grading-Gewinn schnell.
Für Sammler kann Grading dennoch sinnvoll sein, selbst wenn sich die Karte finanziell nicht maximal rentiert – insbesondere bei seltenen Vintage-Karten oder persönlichen Lieblingsstücken.
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